January 25, 2019

Katie Rose Johnston: ein moderner Ansatz zu Aquarell

Anlässlich der Event-Reihe ‘Friday Night Sketch at the Design Museum’, die 2019 fortgesetzt wird, unterhalten wir uns mit unserer dritten Gastgeberin über ihre frische Perspektive auf eine traditionelle Technik.

Katie Rose Johnston ist eine Illustratorin, Designerin und Aquarellmalerin und lebt in London. Sie nutzt traditionelle Techniken, um sowohl klassische als auch moderne Themen zu behandeln, wobei ihre oft verspielten Designs von einem charakteristischen Sinn für Humor und der Liebe zu kräftigen Farben beeinflusst sind.

Wie Katie zugibt, „kann Aquarell manchmal den Ruf haben, ein bisschen geziert zu sein.“ Aber ihre Arbeit als Illustratorin, Designerin und Aquarellmalerin ist alles andere als das.

„Die meisten Techniken kommen und gehen und sind in und aus der Mode“, sagt Katie. „Aber viele Marken nutzen Aquarell in Verbindung mit negativem Raum, was ihm ein modernes Gefühl gibt.“  

Zu ihren Kunden zählen Sonos, Universal Music und das Magazin Cocktail Lovers, und Katie hat auch in einer Reihe von Galerien in ganz London ausgestellt, darunter dem Victoria & Albert Museum und der Royal Academy.

Neben ihren Auftragsarbeiten und Kollaborationen veranstaltet Katie regelmäßige Künstlerworkshops und ist Mitglied des Illustrationskollektivs Day Job Studio, das an Gemeinschaftsprojekten von Wandgemälden und Publikationen bis hin zu Animationen und Installationen arbeitet.

Wir haben uns mit Katie unterhalten, um mehr darüber  zu erfahren, wie sie Aquarell im Design verwendet und was sie daran gereizt hat, die letzte Veranstaltung von Friday Night Sketch zu leiten.

Wie hast du als Illustratorin angefangen?

Meine Familie ist sehr kreativ und hat mich dazu ermutigt, mein Interesse an Kunst zu entwickeln. Ich war schon ziemlich früh vom Zeichnen fasziniert und mein Bedürfnis, zu zeichnen und zu malen ist konstant geblieben. Ich würde immer noch sagen, dass das Zeichnen der Leim ist, der die verschiedenen Elemente meines Schaffens zusammenhält.

 

Ich habe Illustration am Camberwell College of Art in London studiert und dort habe ich wirklich verstanden, was es bedeuten könnte, Illustratorin zu sein und wie ich es angehen kann. Ich habe außerdem einen Master am Royal College of Art (RCA) gemacht, wo ich lernte, wie meine Fähigkeiten in anderen Kontexten wertvoll sein könnten.  

Was beeinflusst deinen Arbeitsstil?

Ich liebe es, zu reisen – ich mache hunderte von Fotos und Skizzen, die ich nutze, um Illustrationen und Geschichten über die Orte zu kreieren, an denen ich gewesen bin. Es ist ein guter Weg, um meine Fähigkeiten zu verbessern, aber auch, um mich an neuen Orten verwurzelt zu fühlen.   

Tag für Tag beobachte ich die Dinge in meiner Umgebung. Ich liebe die Muster auf Bürgersteigen und an Gebäuden und die Farben, die in natürlichen Landschaften auftreten. Ich habe auch das große Glück, dass viele meiner Freunde und Verwandten Designer sind, daher sind Gespräche eine große Inspirationsquelle.

Wenn ich aus dem Leben zeichne, arbeite ich viel spontaner – geradezu in frenetischem Tempo. Wenn ich dann eine fertige Komposition male, geht es langsamer und bedächtiger zu.  

Ich denke, die Herausforderung für mich ist, es umgekehrt zu versuchen – etwas Spontanität in meinen endgültigen Kompositionen beizubehalten, und mehr Überlegtheit zu haben und es nicht zu überstürzen, wenn ich aus dem Leben zeichne.  

Erzähl uns von Day Job Studio. Wie kam das Kollektiv zustande?

Es begann, als meine Freunde und ich 2012 Camberwell verlassen haben. Wir hatten in einer Gruppe zusammen an unserer Abschlussausstellung gearbeitet und wussten nicht, wohin mit unserem ganzen Kunstkram, also beschlossen wir, uns ein Studio in Peckham zu teilen.  

 

Wir haben es als einen Ort genutzt, wo wir weiter zusammenarbeiten und Ideen austauschen konnten und festgestellt, dass die Stärke der Gemeinschaft uns erlauben würde, an Ausstellungen und Veröffentlichungen zu arbeiten, ohne zuviel Geld auszugeben. Daraus hat sich Day Job Studio entwickelt, nachdem wir erkannt hatten, dass die Zusammenarbeit ein tolle Möglichkeit war, nach dem Studium beachtet zu werden.

 

Seit wir in unsere verschiedenen Bereiche hineingewachsen sind, konzentrieren wir uns alle mehr auf unsere individuellen Karrieren. Das bedeutet, dass wir uns wirklich bemühen müssen, jedes Jahr etwas zusammen zu machen. Es ist aber so wichtig, weil man von der Arbeit für Kunden absorbiert werden kann und sich darüber manchmal selbst vergisst. Day Job ist unsere Gelegenheit, uns selbst im Fokus zu behalten.    

Was war dein bisheriges Lieblingsprojekt?

Viele Dinge, die ich in unserem ersten Jahr mit Day Job gemacht habe, haben so viel Spaß gebracht, und ich habe außerdem an einem Projekt gearbeitet, bei dem wir animierte Show-Visuals für Peter Gabriel und Sting  generiert haben, was unglaublich war.

Zusammen mit einem Team vom RCA haben wir eine wirklich inspirierende kleine Umgebung in einem winzigen Raum entwickelt, der mit Sachen vollgepackt war. Wir haben versucht, die Arbeit so lo-fi wie möglich zu halten und hatten eine tolle Zeit dabei, uns kreative Wege auszudenken, um handgezeichnete, handgemalte Bilder zum Leben zu erwecken.   

Ich habe außerdem ein Buch über spielerische Ansätze zur Aquarellmalerei gemacht, das dieses Jahr rauskommt, also freue ich mich sehr darauf.  

Copyright: LOM ART books

Du warst in einer beeindruckenden Anzahl von Ausstellungen in ganz Großbritannien vertreten. Wie hast du Galerien auf deine Arbeiten aufmerksam gemacht?

Viele der Ausstellungen waren gemeinsame Projekte mit Day Job. Die Stärke der Gemeinschaft hat uns das Selbstvertrauen gegeben, es einfach zu versuchen!

Ich hatte auch eine Phase, in der ich mich einfach für alles beworben habe und hatte das Glück, auf diese Weise Arbeit zu finden. Es kann schwer sein, dieses Level an Energie aufrechtzuerhalten, besonders, wenn man Absagen bekommt, aber es geht darum, sie nicht persönlich zu nehmen.  

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Das letzte Jahr war eine Herausforderung, da ich einen festen Studioraum aufgegeben habe, um nach Asien zu reisen. Ich habe ein Reiseset zusammengestellt, das alle wichtigen Sachen für die Arbeit enthielt. Einige der Orte, an denen ich mich zur Arbeit niedergelassen habe, waren unglaublich – als ich von einer Deadline gestresst am Mekong saß, musste ich mich kneifen!  

Vor kurzem bin ich in ein neues Domizil in London gezogen, mit Platz für ein Heimstudio. Ich kann es nicht erwarten, all mein kreatives Werkzeug wieder um mich zu haben und an ein paar viel größeren Bildern zu arbeiten.  

Wie bist du zum Unterrichten gekommen?

In Camberwell habe ich angefangen, Design in Teilzeit am Wochenende zu unterrichten, über ein Förderprogramm. Seitdem habe ich Erwachsene und Kinder in Schulen und Galerien unterrichtet.

 

Jetzt veranstalte ich meine eigenen Workshops und gestalte die Inhalte selbst, was etwas ist, das ich dieses Jahr viel mehr ausbauen will. Ich finde die Leute, die daran teilnehmen, so inspirierend und finde immer, dass ich auch von ihnen lerne.

Was hat dich daran gereizt, ‘Friday Night Sketch at The Design Museum’ zu leiten?

Das Thema des Abends, ‘Ruhiges Zeichnen’, ist etwas, was ich am RCA zu erkunden begonnen habe, und seitdem habe ich Workshops durchgeführt, die kreatives Lernen und Meditation kombinieren.  

 

Es ist ein persönliches Thema für mich, denn ich habe unter Angst gelitten – und zu zeichnen oder etwas mit seinen Händen zu machen ist ein wirklich gutes Mittel zur Stressbewältigung.  

 

Es war überraschend, Zeichnen in so einer geometrischen Umgebung zu unterrichten, was sich in den Skizzen der Teilnehmer widerspiegelt. Viele haben sich auf die Formen und Muster des Raums konzentriert, was toll war.    

Welche Tipps würdest du neuen Designern geben, die ihre Designkarriere vorantreiben möchten?  

Es hat etwas für sich, im Stillen an seinen Fähigkeiten zu arbeiten und einen Sinn für Bescheidenheit zu haben. Das widerspricht dem üblichen geschäftlichen Rat, sich lauthals hervorzutun – aber ich denke, es ist wichtig, eine solide Grundlage zu haben, bevor man anfängt, herumzutönen, wie großartig man ist. Die Leute, die richtig gut sind, lassen ihre Arbeit für sich selbst sprechen.

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