September 18, 2017

Wie Sie als Modeillustratorin Ihren ersten Klienten gewinnen

Modeillustratorin Brooke Hagel ist auf dem Zenit ihres Erfolgs. Finden Sie heraus, wie sie ihre Ängste konfrontiert hat und einen Auftrag gewann, der ihr Leben veränderte.

Während sie in New York Modedesign studierte, begann Brooke Hagel ihre Karriere als Praktikantin in der Kostümabteilung von Sex and the City. Nach ihrem Studienabschluss fing sie als Designerin und Stylistin bei Hearst Magazines an, wo sie für mehrere verschiedene Publikationen arbeitete. Jetzt ist Brooke freischaffend tätig und kann sich einer begehrenswerten Liste von Kunden rühmen, darunter Vogue, Burberry und Samsung.

Bei einem derart fantastischen Kundenportfolio wie Brooke es hat, waren wir super-gespannt darauf, uns mit ihr über ihre bisherige Karriere zu unterhalten. Hier verrät sie uns, wie sie ihren ersten großen Klienten gewonnen hat, ihre Tipps, um einen hektischen Zeitplan zu verwalten und warum sie immer noch lieber mit Stift und Papier zeichnet als digital.

Wie kamst du zu dem Entschluss, dass eine freiberufliche Karriere das Richtige für dich ist?

Ich liebe die Freiheit, die eine freiberufliche Karriere bietet. Die Möglichkeit, zu reisen, meinen eigenen Zeitplan zu machen und mit einer großen Vielfalt an Klienten aus verschiedenen Branchen zu arbeiten ist ideal für mich.   

Am Anfang war es natürlich sehr langsam und ich war nervös beim Gedanken, eine freiberufliche Karriere aufrechtzuerhalten. Aber mein Unternehmen wächst Jahr für Jahr weiter und ich gewinne mehr Klienten und Möglichkeiten – was fantastisch ist! Für mich hat es funktioniert und ich könnte mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen, zu einem traditionellen 9-to-5-Job im Büro zurückzukehren.  

Dein Kundenportfolio ist total beeindruckend! Wer war der erste und wie hast du ihn gewonnen?

Timex war die erste Marke, die mich angeheuert hat – ich wurde beauftragt, Modeillustrationen für ihren Frühlingskatalog zu erstellen. Zu der Zeit arbeitete ich noch als Designerin in Vollzeit und hatte ein paar Jahre nicht illustriert – ich vermisste es. Zur selben Zeit habe ich meinen Blog Fabulous Doodles gestartet und meinen ersten Etsy-Shop Brooklit eröffnet – dadurch ist Timex auf mich gestoßen.  

Danach kontaktierte mich eine PR-Firma mit dem Anliegen, auf ihrer Fashion-Bogger Cocktailparty live zu skizzieren. Ich hatte vorher schon  Anfragen, bei Events live zu skizzieren, habe aber immer abgelehnt, aus Angst, nicht schnell genug zu zeichnen und von Leuten beobachtet zu werden. Trotzdem beschloss ich diesmal, es zu versuchen, obwohl ich totale Panik hatte! Es lief unglaublich gut, also beschloss ich, darüber zu bloggen und Bilder von dem Event zu teilen.

Gleich am nächsten Tag bekam ich eine Email vom Director of Events der Vogue und wurde gefragt, ob ich verfügbar wäre, um bei ihrem Event live zu zeichnen! Ich vereinbarte sofort ein Meeting, um mein Portfolio einzureichen (nachdem ich mich von dem Schock erholt hatte). Seit diesem Meeting vor fünf Jahren ist Vogue einer meiner besten und treuesten Klienten.

Du hast einen sehr ausgeprägten Stil – wie gelingt es dir, deine Identität zu wahren, wenn du an Kundenprojekten arbeitest?

Mein Ziel ist es, Arbeiten zu kreieren, auf die ich stolz bin und die ich spannend finde, während ich die Produkte und/oder Konzepte des Klienten in meine Illustrationen integriere. Ich bemühe mich immer, meine Ideen, Perspektive und Stil klar zu kommunizieren. Als ich anfing, baten mich Klienten oft, den Stil anderer Illustratoren nachzuahmen – aber das war für mich ein Warnsignal. Ich habe hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass mein Blog, Instagram und Etsy meinen Stil reflektieren, damit ein potentieller Klient ein wirklich klare Vorstellung von meiner Arbeit bekommen kann.  

Du hast begonnen, digitale Skizzen auf deinem iPad zu erstellen – wie unterscheidet sich dieser Prozess von traditionellen Zeichnungen mit Stift und Papier und was hat dich dazu gebracht, auf diese Art zu arbeiten?

Digitales Zeichnen fasziniert mich schon seit einiger Zeit. Vor ca. anderthalb Jahren habe ich dann schließlich den Schritt gewagt, es zu versuchen. Ich nutze ein iPad und einen Apple Pencil. Es ist schon anders und gewöhnungsbedürftig. Ich habe verschiedene Zeichen-Apps ausprobiert, um zu experimentieren, und festgestellt, dass man unterschiedliche Effekte mit ihnen erzielen kann.

Der Prozess dauert immer noch sehr viel länger als mit traditionellen Zeichenutensilien, aber mein Zeitaufwand verkürzt sich, je mehr ich mit dem iPad arbeite. Ich nutze eine App, die jeden Strich mit dem Pencil aufzeichnet, um Videos von meinen Illustrationen in Arbeit zu machen und auch, um Zeichnungen über Fotos zu lagern. Die Ergebnisse übertreffen wirklich manchmal meine Erwartungen, aber meine Marker sind für mich nach wie vor der ‘Real Deal’!

Wir haben gesehen, dass du auch 17 Bücher illustriert hast – sind das alles Modetitel? Gehst du diese Projekten anders an als deine üblichen Aufträge?

Ich kann kaum glauben, dass ich so viele Bücher illustriert habe! Die Mehrzahl davon sind Modetitel, aber ich habe auch an ein paar Kinderbüchern gearbeitet. Der Prozess ist ähnlich wie bei einem gewöhnlichen Auftrag, ich lege dem Verleger oder Autor zuerst Bleistiftzeichnungen zur Ansicht vor und gehe dann mit geschliffeneren, farbigen Illustrationen in die zweite Runde. Für Chloe by Design, die Serie für junge Erwachsene, die ich illustriere, läuft der Prozess jetzt sehr schnell, mit sehr wenigen Änderungen, weil wir schon so viele Titel gemacht haben und mir kreative Freiheit gegeben wurde. Seit der ersten Ausgabe werde ich wegen meiner Erfahrung in der Modeindustrie auch schon frühzeitig im Manuskript-Prozess bezüglich der Handlung und der Modedesigns zu Rate gezogen, was ich liebe.

Sieht aus, als ob dein Terminkalender ständig voll ist, was natürlich fantastisch ist, aber wie vermeidest du Burnout? Was sind deine Top-Tipps zur Selbstfürsorge?

In einer perfekten Welt wären Projekte gleichmäßig beabstandet und ich könnte mir meine Zeit genau einteilen, aber als Freiberufler ist das fast unmöglich. Die Aufträge scheinen in Flutwellen zu kommen und das Beste was ich machen kann, wenn es eine Flaute gibt, ist, mich um mein Unternehmen zu kümmern – und um mich selbst.   

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass im Sommer nicht so viel los ist, also habe ich für dieses Jahr lange im Voraus Reisepläne gemacht und mir ein paar Wochen freigenommen. Und wenn ich reise, um Klienten zu treffen oder in anderen Städten live zu skizzieren, versuche ich immer, ein oder zwei Nächte dranzuhängen, um zu entspannen und die Gegend zu erkunden.  

Wie nutzt du MOO-Produkte?

In erster Linie nutze ich die Luxe-Visitenkarten als mein Mini-Portfolio. Ich habe sie immer bei mir. Es kommt oft vor, dass Leute nicht genau wissen, was eine Modeillustratorin macht, aber sobald ich meine Karten ausfächere und meine Illustrationen präsentiere, wird es ihnen klar. Die Leute können sich aber nie für eine Karte entscheiden – sie behandeln sie wie Sammlerstücke und nehmen bei Events immer einen ganzen Stapel mit! Im Laufe der Jahre habe ich auch Briefkarten, Postkarten, Sticker und MiniCards sowohl für mich selbst als auch für Klienten bestellt.  

  • Brooke Hagel business cards
  • Brooke Hagel business cards

Was ist dein Rat für andere angehende Entrepreneure, die ihre Karriere im Bereich Mode oder Illustration in Gang bringen wollen?

Teilen Sie Ihre Arbeit online! Nur so können potentielle Klienten Sie finden. Sei es durch Ihre eigene Website, Blogs, Instagram oder Facebook – oder die nächste große Social Media Plattform – teilen Sie Ihre Arbeit und promoten Sie sich. Niemand anders wird es für Sie tun, besonders am Anfang. Wenn ich nicht übers Live-Skizzieren bei der PR-Fashion-Blogger Cocktailparty gebloggt hätte – wer weiß, ob ich je von Vogue gehört hätte.

Erstellen Sie Ihre eigenen sammelbaren Kunstwerke auf Luxe-Visitenkarten

 

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