September 16, 2016

MOO und Simon Sinek: Zusammenarbeit

Mit Simon Sinek zu sprechen ist eine Erfahrung, die man so schnell nicht vergisst. Sein Enthusiasmus, seine Überzeugung und sein unaufhaltsamer Optimismus scheinen während des gesamten Gesprächs durch – es ist schnell, fließend und amüsant.

Wir wollten mehr über die Ideen erfahren, die ihn beschäftigen und seine neuesten Ratschläge zum Überleben in der heutigen hektischen Arbeitswelt einholen.

Zusammen ist besser

Simon wurde weithin bekannt durch seinen äußerst erfolgreichen TED Talk,Wie große Führungspersönlichkeiten zum Handeln inspirieren. Sein unverwechselbarer Ansatz – Verhaltenspsychologie und evolutionäres Denken auf den modernen Arbeitsplatz anzuwenden – wurde in seinen Bestsellern Start With Why und Leaders Eat Last erfasst. Mit seinem neuen Buch Together is Better schlägt er eine andere Richtung ein.

Together is Better fordert die Leser dazu heraus, Abstand von ihren üblichen Verhaltensweisen am Arbeitsplatz zu nehmen. Das Buch untersucht Zusammenarbeit, Kooperation und Führung – aber, und das ist der Clou – es ist im Stil einer Fabel geschrieben.

Ein bebildertes Lesebuch mag nicht unbedingt die naheliegenste Art sein, über den Arbeitsplatz zu sprechen, aber Simon zufolge ist es genau deshalb so ein erfolgreiches Format.

„Wenn wir Kinder unterrichten“, erklärt er, „dann unterrichten wir mit Metaphern und Analogien. Aus Geschichten zu lernen ist schöner und leichter.“

„Erwachsenen ist es unangenehm, darüber zu sprechen, ob sie wirklich glücklich mit ihrer Arbeit sind oder nicht. Es mit einer Metapher anzusprechen ist schonender und macht die meisten aufgeschlossener gegenüber der Botschaft. Mir geht es mehr um die Botschaft als um alles andere.“

Simon Sinek

Sicherheit ist notwendig, um Risiken einzugehen

Eins der Themen des Buchs ist die Wichtigkeit, sich am Arbeitsplatz sicher zu fühlen. „Sicherheit ist ein menschliches Bedürfnis“, erklärt Simon. „Bei der Arbeit braucht man das Gefühl, auch mal sagen zu können ‘ich weiß nicht, was ich tun soll’, ohne Angst zu haben, gleich angeschrieen zu werden. Dieses Gefühl ist bedauerlicherweise selten.“

Das ergibt sich, so Simon, aus einem Mangel an klaren Zielen, aus kurzsichtigen Aktionen für sofortige Ergebnisse – kurz gesagt, aus einem Mangel an guter Führung. „Die Führung muss eine langfristige Vision bereitstellen“, sagt er. „Eine Vision ist die Beschreibung einer Welt, die noch nicht existiert – und wenn alles gut geht, dann tragen wir durch unser Handeln dazu bei, diese Welt zu erschaffen. Das ist Vision.“

Was hat das nun mit Sicherheit zu tun? Wenn die Leute sich sicher fühlen, dann fühlen sie sich dazu in der Lage, Risiken einzugehen. Nur von einer Position der Sicherheit aus haben wir die Chance, zu lernen. Und das erfordert von einer Führungskraft die Verpflichtung sowohl zu kurzfristigem als auch langfristigem Denken. „Es ist der Unterschied zwischen einem Zahnarztbesuch und regelmäßigem Zähneputzen“, erläutert Simon. „Nach einem Zahnarztbesuch fühlen sich die Zähne fantastisch an – aber wenn man sonst nichts tut, dann fallen sie einem aus. Zweimal am Tag putzen, das ist es, was sie sauber hält.“

„Aber 2 Minuten Zähneputzen bringt nichts, wenn Sie es nicht regelmäßig tun! Es geht nicht nur um Kontinuität oder Intensität – es geht um beides. Deshalb gibt es so viel schlechte Führung – wir bevorzugen Kurzfristigkeit. Wir verlassen uns auf Intensität und vergessen Kontinuität.“

Rat für Führungskräfte

Es ist nicht immer leicht für Führungskräfte, diese ganzheitliche Vision auf das tagtäglichen Arbeitsleben zu übertragen. Terminfristen können sich häufen, To-do-Listen können kilometerlang erscheinen und es kann hart sein, das Ziel im Auge zu behalten und zugleich motiviert zu bleiben.

Sollte das der Fall sein, ist Simons Rat klar: „Suchen Sie Hilfe“, betont er. „Sie müssen nicht alle Antworten haben oder so tun, als ob Sie sie hätten. Wenn Sie zugeben, dass Sie etwas nicht wissen, gibt es eine ganze Gruppe von Leuten, die nur allzu bereit sind, zu helfen. Der einzige Grund, warum sie es noch nicht getan haben, ist, weil sie nicht gedacht haben, dass Sie Hilfe brauchen – weil Sie zu beschäftigt damit waren, zu lügen, zu verbergen und vorzutäuschen.“

Haben Sie immer eine Vision

Simon schreibt, dass wir für die Tatsache vorausplanen müssen, dass nichts nach Plan verläuft. Aber das muss Ihr Abenteuer nicht beeinträchtigen, solange Sie wissen, wo Sie am Ende hinwollen. Den Unterschied macht die Vision, die Ihr Unternehmen hat.

„Hier ist ein Beispiel für den Unterschied, den es macht, einen Plan zu haben, aber keine Vision: Wenn Sie ein Unternehmen fragen, warum es das tut, was es tut und die Antwort lautet: Wachstum. Das ist, als ob Sie jemanden fragen, wohin er in Urlaub fährt und er erwidert: Ich nehme die Autobahn“, erklärt Simon.

„Er hat alle möglichen Pläne, aber kein Ziel. Es fährt los und sagt, er will 100 km am Tag zurücklegen und ist ganz begeistert, wenn er 130 schafft. Aber was, wenn er auf Straßenarbeiten stößt?“

Wenn Sie dagegen ein klares Ziel vor Augen haben und z.B. sagen, dass Sie auf dem Weg nach Schottland sind, dann macht es nichts, wenn Sie eine Umleitung fahren müssen, erklärt Simon. Selbst wenn es so aussieht, als ob Sie in die falsche Richtung fahren, wissen Sie genau, wo Sie hinwollen.

„Pläne sind wichtig, aber sie sind gefährlich, wenn SIe nicht wissen, wo Sie hinwollen. Sie können mit Millionen von Dingen rechnen, die Sie von der geplanten Route abbringen und müssen in der Lage sein, sich anzupassen – statt Ihre Reise nach Schottland nur wegen ein paar unvorhergesehenen Straßenarbeiten abzubrechen.“

Simon Sinek

Wenn Sie die Leidenschaft verlieren

Simons Ideen und sein Ansatz in Bezug auf Führung gehen direkt auf seine eigenen Erfahrungen zurück. Auf die Frage, wie er zum Autor und Sprecher geworden ist, grinst er: „Ich bin durch Zufall hier gelandet.“ 4 Jahre lang führte er seine eigene Beratungsfirma mit der selbstangetriebenen Leidenschaft, die den meisten Unternehmern/Gründern vertraut sein wird. Aber wie so viele andere in dieser Situation stellte er fest, dass sich diese Arbeitsweise einfach nicht aufrechterhalten ließ.

„Der Unterschied zwischen kleinen Unternehmen und großen ist, dass die kleinen aus dem Eigenantrieb einer Person geführt werden können“, erklärt er. Mein Unternehmen basierte auf Persönlichkeit, aber im vierten Jahr waren wir derart gewachsen, dass wir Struktur und Hilfe brauchten. Ich hatte das Gefühl, ich müsse alle Antworten haben, und wenn ich sie nicht hatte, dann tat ich so, als ob ich sie hätte.“

Dadurch, so stellte Simon fest, gerät man schnell in eine schwierige Lage. „Ich verlor meine Leidenschaft. Ich wollte nicht aufwachen und von vorne anfangen, also verschwendete ich meine Energie damit, so zu tun, als ob ich glücklicher wäre.“

Seien Sie offen für Veränderungen

„Dann bin ich auf eine Mauer gestoßen und habe festgestellt, dass diese Richtung mir nicht mehr offenstand“, erklärte Simon. „Aber anstatt zu jammern, dass mein Weg blockiert war, war ich jetzt offen dafür, eine andere Richtung einzuschlagen.“

Dieser Richtungswechsel hat ihn dahin geführt, wo er jetzt ist – und viele Leute in seinem Umfeld dazu inspiriert, ebenfalls radikale Veränderungen vorzunehmen. „Meine Lösung war die Entdeckung des ‘Warum’. Das gab mir eine Klarheit und Selbstsicherheit, die ich nie zuvor hatte. Ich teilte sie mit meinen Freunden – die dann auch anfingen, verrückte Lebensveränderungen vorzunehmen. Und schon bald wurde diese ‚Besessenheit‘ mit der Zielsetzung seine neue Leidenschaft. Und nun auch sein neuer Job.

„Jeder, der offen für Veränderung ist, kann etwas erreichen“, betont Simon. „Diese Wahl haben wir alle – denken Sie nur daran, dass Sie nicht alles allein tun können.“ Und das ist etwas, woran man sich jeden Tag erinnern sollte, finden wir.

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