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April 15, 2019

Lucy Jennings über Spaß, Flashbacks und Feminität

Die Grafikdesignerin spricht mit MOO über ihre Top-Tipps für angehende Absolventen, von der Feminität in ihrer Arbeit und der Nostalgie in ihrem Design.

Lucy Jennings ist eine in Hackney, East London, ansässige Grafikdesignerin und Illustratorin. Sie stammt ursprünglich aus Southend-on-Sea in Essex und studierte am London College of Communication, bevor sie an der Londoner University of the Arts einen Abschluss in Grafik- und Mediendesign erwarb.

Lucys farbenfrohe Cartoon-Werke bilden eine Kombination aus nostalgischer Ästhetik, hellen, femininen Farbtönen, markanter Typografie und einer peppigen, positiven Botschaft, die das Interesse von Jugendmarken wie Skinnydip und Dorothy Perkins geweckt hat.

Als ihre Visitenkarten aus recycelter Baumwolle auf der Instagram-Seite von MOO erschienen, war die Reaktion phänomenal – daher haben wir uns mit Lucy getroffen, um mehr über die Inspiration hinter ihren lebhaften Designs zu erfahren.

Erzählen Sie uns, wie es zu Ihrem einzigartigen Stil gekommen ist.

Ich denke, was ihn ausmacht, ist dieses fetzige, feminine, freche und zugleich lässige Feeling. Nostalgie spielt in meiner Arbeit eine wichtige Rolle, und ich schöpfe viel Inspiration aus den 70ern, 80ern und 90ern. Ich möchte, dass meine Arbeit das sorgenfreie Gefühl verkörpert, 10 Jahre alt zu sein, in der einen Hand ein Eis am Stiel, in der anderen eine VHS mit dem Film Spice World.

Neben Nostalgie lasse ich mich auch von Verpackungen, Drag Queens, Dr. Seuss, Essen, den Simpsons, der Skater-Kultur, Lizzo und Hubba Bubba inspirieren. Ich finde, der visuelle Stil eines Künstlers neigt dazu, in gewisser Weise widerzuspiegeln, wie er sich selbst der Welt präsentiert – mein persönlicher Stil hat sich zusammen mit meiner Arbeit im Laufe der Zeit weiterentwickelt, und ich liebe helle Farben, markante Prints und alles, was mir das Gefühl gibt, wieder Kind zu sein.

Sie arbeiten häufig mit einer femininen Farbpalette und an feminin orientierten Themen. Was hat sie auf diesen Weg geführt?

Als ich ein Teenager war, lehnte ich meine Feminität ab, weil ich glaubte, „mädchenhaft“ zu sein, bedeutete oberflächlich, boshaft, arrogant und künstlich zu sein – alle lahmen Stereotypen, die seit Beginn der Zeit mit Frauen assoziiert werden.

Als ich älter wurde, begann ich mich mit meinem wahren Selbst wohler zu fühlen, und ich versuchte, meine Feminität zurückzugewinnen und wertzuschätzen. Meine Freundschaften mit anderen Frauen bedeuten mir sehr viel, und wenn ich etwas tue, um zur Emanzipation der Frau und Menschen, die sich als Frau identifizieren, beizutragen, fühlt es sich an, als würde ich einer Freundin aufhelfen. Ich möchte mit meiner Arbeit einfach etwas Positives vermitteln.

Wie haben Sie Ihre Freelancer-Karriere begonnen und Ihren Kundenstamm aufgebaut?

Als ich die Universität verließ, nahm ich sofort eine betriebsinterne Stelle an, da ich immer noch Anleitung und Struktur benötigte. Ich begann, in meiner Freizeit an lustigen Projekten für Freunde und Familie zu arbeiten – Logos, Bildbearbeitung, sogar Tattoos – und erkannte schnell, dass mir die Soloarbeit gefiel, zu der mir neben meiner Stelle von 9 bis 17 Uhr allerdings keine Zeit blieb.

Seitdem konzentriere ich mich auf mein Portfolio, meine Marke und darauf, Inhalte für soziale Medien zu erstellen – Instagram war definitiv mein wertvollstes Werkzeug, um für meine Arbeit zu werben.

Wenn man einen einzigartigen Stil besitzt, hilft die Präsentation in einem Portfolio potenziellen Kunden dabei, zu erkennen, was sie bekommen werden, wenn sie mit einem zusammenarbeiten. Meine Marke ist fetzig, lustig und feminin, und demzufolge werde ich gebeten, ähnliche Dinge zu kreieren – und das ist toll, denn genau das macht mir Spaß.

Welchen Rat würden Sie jungen Designabsolventen geben, die auf ihren ersten Job im Studio oder ihren ersten Freelance-Auftrag hoffen?

Mein Rat zur ersten betriebsinternen Stelle lautet: Informiere dich. Informiere dich über die Firma, ihre Werte und darüber, wie und woran sie arbeitet, und berücksichtige all diese Punkte, wenn du deine Bewerbung zusammenstellst. Bereitwilligkeit zum Lernen zu zeigen, kann einen weit bringen. Und komm nicht zu spät!

Durch die Arbeit in einem Betrieb sammelt man wertvolle Erfahrungen, die man in einer Freelancer-Karriere anwenden kann. Neben der Weiterentwicklung deiner Fähigkeiten im Design lernst du zum Beispiel, wie man korrekte E-Mails verfasst, Konzepte präsentiert und seine Zeit managt. Das sind alles wertvolle Kenntnisse.

Was war Ihr bisheriges Lieblingsprojekt?

Ich liebe Projekte, die aus Eigeninitiative entstehen – die Freiheit zu kreieren, was immer mir gefällt, ohne mir Gedanken über eine Deadline oder einen Auftrag machen zu müssen, ist eine tolle Abwechslung in Bezug auf meine tägliche Arbeit.

Mir hat die Schaufenstergestaltung sehr gut gefallen, und auch andere großformatige Projekte, als ich bei Skinnydip London gearbeitet habe. Zu sehen, wie meine Arbeit sich in Schaufenster von Boutiquen verwandelt hat. Und die Neugestaltung von Visitenkarten war ein Projekt aus reiner Leidenschaft, das auf jeden Fall zu den Favoriten gehört.

Welche Inspiration steht hinter dem Juice Projekt, das zur Gestaltung Ihrer Visitenkarten geführt hat?

Ich wollte, dass meine Visitenkarten unbeschwert, amüsant und unvergesslich wirken. Als ich Sie 2016 gestaltete, ließ ich mich von Getränken aus meiner Kindheit inspirieren – SunnyD, Capri-Sonne und Slush Puppie – und meinem Spitznamen, Juicy Lucy, den meine Mutter mir gegeben hatte.

Zwei Jahre später hatte sich mein Stil so rasant verändert, dass ich mich zu etwas Neuem entschied. Ich wollte etwas ganz anderes machen und versuchte es mit verschiedenen Motiven wie Tuben mit scharfer Sauce und Motel-Schlüsseln. Doch allen fehlte es an dieser Verbindung zu mir und meinem Namen – und so entschied ich mich nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, mein ursprüngliches Konzept zu überarbeiten.

Da ich mich bemühe, mehr auf meinen ökologischen Fußabdruck zu achten, stand es für mich außer Frage, dass ich meine Designs auf Visitenkarten aus recycelter Baumwolle drucken lassen würde. Sie werden aus alten T-Shirt-Verschnitten hergestellt und weisen ein texturiertes Finish auf. Ich erhalte für meine Papierwahl immer wieder Komplimente.

MOO Printfinity ermöglicht Ihnen, jede Visitenkarte mit einem anderen Bild zu bedrucken. Haben Sie als Designerin diese Option als nützlich empfunden?

Printfinity ermöglicht einem so viel mehr Spielraum. Mit der Möglichkeit, bis zu 50 einzigartige Rückseiten für meine Visitenkarten zu erstellen, hätte ich einen ganzen Supermarkt gezeichnet, wenn ich die Zeit gehabt hätte! Printfinity hat mir mehr Raum gelassen, mit verschiedenen Farben, Stilrichtungen und Ideen zu experimentieren – manchmal kann man seine ganze Persönlichkeit nicht in einer Karte zum Ausdruck bringen.

Die Reaktion war super, und manche Leute haben mich sogar gefragt, ob sie die ganze Palette meiner fünf fruchtigen Designs haben dürften! Es ist ein bereicherndes Gefühl zu sehen, dass eine Idee, die so viele Monate lang in meinem Kopf gelebt hat, sich nun in den Händen der Menschen befindet.

Wenn Sie sich bezüglich des Beginns Ihrer Karriere selbst einen Rat geben könnten, welcher wäre das?

Setz dich nicht selbst unter Druck, alles wissen zu müssen, vor allem dann, wenn du nach deiner ersten Stelle suchst – es gibt noch so viel zu lernen. Wenn du in einer Juniorposition bist, dann solltest du wie ein Schwamm alles aufsaugen, denn du bist dort, um von den Erfahreneren angeleitet zu werden.

Niemand erwartet von dir, am ersten Tag zu erscheinen und alles zu wissen, also hab keine Angst, um Hilfe zu bitten, Fehler zu machen und Kritik zu erhalten (und damit umzugehen!). Sei bereit zu lernen, dich anzupassen und dein Bestes zu geben. Das ist alles, was man von dir erwarten kann.

Machen Sie sich einen Namen, mit Visitenkarten und Printfinity von MOO.

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