Das Ende des Firmenblaus: warum auffallen mit Farbe beginnt
Entdecken Sie was passiert, wenn Ihre Marke das Firmenblau hinter sich lässt.
Jahrelang war Marineblau das Firmenäquivalent eines starken Handschlags. Eine Studie zu mehr als 15.000 Logos ergab, dass Mitternachtsblau (abgesehen von Weiß) in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Energie, Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen und Grundstoffe der führende Farbton war.
Blau wurde aus gutem Grund zur sicheren Wahl. Die Forschung zum Thema Markenpersönlichkeit zeigt, dass Blau für Kompetenz steht – ein Charakterzug, der Marken dabei helfen kann vertrauenswerter zu wirken.
Immer mehr Geschäfte werden online abgewickelt und das Internet ist ein Ort, an dem Marken nur wenige Sekunden haben, um aufzufallen und im Gedächtnis zu bleiben. Es ist nach wie vor wichtig glaubwürdig zu wirken, doch sich anzupassen hilft dabei nicht. Daher entscheiden sich Rechenzentren, Arbeitsplattformen und internationale Banken gegen das Unternehmensblau und für knalligere Farben, um zu zeigen, dass Business nicht so ernst aussehen muss.
Die wichtigsten Infos
- Blau kann noch immer Kompetenz kommunizieren, aber es ist nicht die einzige Option.
- Knallige Farben können Marken helfen online aufzufallen, besonders wenn die Wahl in der Marke selbst verwurzelt ist.
- Wenn die Farbpalette auf dem Bildschirm, den Druckprodukten und Produkten wiederholt wird, dann wird die Farbe zu einem wiedererkennbaren Element der Marke.
Sechs Marken, die auf Farbe setzen
Hier sind die Marken die beweisen, dass Autorität mehr als eine Farbe hat.
1. Centersquare: Serverraum Lichter

Als der Rechenzentrumsbetreiber Centersquare seine Markenidentität neu gestaltete, verzichtete die Design Agentur auf das übliche Infrastruktur-„Blau“ und sah sich stattdessen im Serverraum um. Farbkodierte Kabel und Etiketten inspirierten eine präzise, lebhafte Farbpalette. Da die Farben in der Technik selbst vorkommen, fühlt sich die Identität lebhaft an, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
2. Slack: Arbeiten in Vollfarbe

Die Identität von Slack sieht vielleicht verspielt aus, folgt aber tatsächlich strengen Regeln. Pentagram reduzierte die ursprünglichen 11 Farben auf vier, behielt das erkennbare Aubergine und vereinfachte die Palette für die Nutzung online. Die hellere Palette gibt der Arbeitsplatzsoftware einen freundlicheren und kollaborativeren Look.
3. Klarna: Eine kühnere Art zu zahlen

Obwohl sie eine Marke für digitale Bezahlungsvorgänge sind, lässt einen das knallige Pink von Klarna beim Scrollen innehalten. Der inzwischen ikonische Farbton wird durch Schwarz und Creme ausbalanciert und dann überall von den Check-out Schaltflächen bis hin zu Reklametafeln wiederholt. Auf die allerbeste Art eigenwillig.
4. Mailchimp: Gelb mit Autorität

Mailchimp machte Cavendish Yellow zu seiner Hauptfarbe und kombinierte es mit schwarzer, wackeliger Typografie sowie ausgefallenen Illustrationen. Das Schwarz sorgt dafür, dass das Gelb bodenständig bleibt, während die Illustrationen der Marke ein kreatives und nahbares Image geben. Diese Farbkombination half Mailchimp dabei, sich den Geist eines Kleinunternehmens zu bewahren und gleichzeitig gegenüber größeren Kunden souveräner aufzutreten.
5. Wise Platform: Finanzen bekommen grünes Licht

Diese Marke setzte alles auf knalliges Grün. Anschließend entwickelte das Unternehmen das System für Wise Platform, seinen B2B-Geschäftszweig für Banken und Großunternehmen. Während Grün bereits Geld und Fortschritt symbolisiert, verleiht der intensivere, hellere Farbton diesen vertrauten Assoziationen ein Gefühl von Schnelligkeit und Modernität.
6. HSBC: Die Regeln von Rot neu schreiben

Rot wird mit Gefahr, Warnsignalen und erhöhter Aufmerksamkeit assoziiert. Daher ist es eine mutige Wahl für eine Bank. Im Jahr 2026 inspirierte diese Besonderheit „The Only Red“, ein D&AD-New-Blood-Konzept, das „HSBC Red“ als Pantone-Farbton interpretierte. HSBC nutzte Rot so konsequent, dass es sich weniger nach einer Warnung und mehr nach einem Markenzeichen anfühlt. Das Konzept zeigt was passiert, wenn die Marke der Farbe eine eigene Bedeutung verleiht.
Nehmen Sie Ihre Farben offline
Ihre Markenfarbpalette hat genügend Zeit damit verbracht, als Hexcode zu existieren. Setzen Sie sie für Ihre Visitenkarten, Verpackungen, Veranstaltungsmaterialien und Büroausstattung ein, damit alle Ihre Markenelemente wie aus einem Guss wirken.
Nur nicht vergessen: Die Farbe sieht auf Bildschirm und Papier nicht immer gleich aus. Testen Sie Kombinationen im Druck, überprüfen Sie den Kontrast und stellen Sie sicher, dass die wichtigsten Informationen einfach zu lesen sind.
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