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March 15, 2019

Alva Skog über die monumentalen Frauen, die ihre Designs geprägt haben

Die Illustratorin und Gastgeberin beim ‘Friday Night Sketch’ im Londoner Design Museum spricht mit MOO über die weiblichen Figuren, die ihre Arbeit geprägt haben.

Die in Stockholm geborene und jetzt in London ansässige Illustratorin Alva Skog manipuliert Perspektiven, um ihren weiblichen und nicht-binären Figuren kleine Köpfe, kräftige Arme und große Hände und Füße zu geben. In ihren bunten, kühnen Designs, die oft von oben oder unten betrachtet dargestellt sind, spielt sie außerdem mit der Machtbalance zwischen Betrachter und Motiv.  

Ein Jahr nach ihrem Studienabschluss zählt Alva bereits Apple, Refinery29 und The Guardian zu ihren Kunden. Nachdem sie als Gastgeberin beim Friday Night Sketch zum Thema ‘Monumentale Frauen’ angetreten ist, unterhielt MOO sich mit Alva über die Verzerrung von Stereotypen, ihre Top-Tipps für erfolgreiches Freelancing und wie Science-Fiction-Romane ihren Stil beeinflusst haben.

Erzähl uns über deinen Background und wie du zur Illustration gekommen bist.

Ich habe immer gerne gemalt – meine Tante war Bühnenbildnerin und mein Vater dreht TV-Werbespots. Ich habe es geliebt, ihn zur Arbeit zu begleiten. Die Vorstellung, mit Kunden zu arbeiten und die Botschaft von jemand anders zu visualisieren und zu kommunizieren, war sehr reizvoll für mich.  

Ich habe ein Grundstudium in bildender Kunst abgeschlossen und mich dann an der Central Saint Martins Universität beworben, wo ich Illustration erlernte. 2018 habe ich meinen Abschluss gemacht und als Freelancerin angefangen.    

Welche Fähigkeiten hast du am Saint Martins entwickelt?

Weil ich bereits ein zweijähriges Kunststudium hinter mir hatte, war ich etwas älter als meine Studienkollegen – daher war ich sehr motiviert und hatte ein besseres Verständnis davon, was ich wollte. Wir mussten auch unsere eigenen Projekte leiten, was mir Zeitmanagementfähigkeiten und die Zuversicht gab, Dinge schaffen zu können.  

Ich habe auch viel von meinen Studienkollegen gelernt – einige waren gut in Typografie, andere in Illustration – und eins der wichtigsten Dinge, die ich gelernt habe, war, Fähigkeiten zu teilen und aufgeschlossen zu sein. Ich arbeite immer noch manchmal mit Leuten zusammen, die ich während meiner Zeit dort kennengelernt habe.   

Was waren deine wichtigsten kreativen Einflüsse?

Ich bin inspiriert von meiner kleinen Schwester und ihren Lebensansichten als Heranwachsende, und von meiner Mutter, die eine außerordentliche Professorin für Ethnologie ist und mir viel über Feminismus und Gender beigebracht hat. Ich bin sehr inspiriert von Frauen und nicht-binären Personen und ihren Erfahrungen. Sie haben mir gezeigt, dass es nicht nur zwei Arten des Seins gibt – es gibt so viele Arten, zu sein.

Ich bin außerdem inspiriert von der Malerin Marlene Dumas und von feministischer Science-Fiction-Literatur, z.B. Marge Piercys ‘Frau am Abgrund der Zeit’ und ‘Die linke Hand der Dunkelheit’ von Ursula K Le Guin. Diese Bücher erkunden Geschlechtsidentität und wie Gender in der Zukunft aussehen könnte und haben mir eine interessante Perspektive gegeben, die meine Arbeit definitiv beeinflusst hat.  

Wie hast du deinen unverwechselbaren Stil entwickelt?  

Vor meinem zweiten Studienjahr habe ich viele verschiedene Stile mit Tinte, Aquarell und digitaler Zeichnung ausprobiert. Dann nahm ich 2017 an den D&AD New Blood Awards teil. Die Vorgabe war, drei Poster zu machen, die jemandem Rat geben, und ich entschied mich, mit meiner jüngeren Schwester darüber zu sprechen, sich nicht den starren Vorstellungen der Gesellschaft anzupassen, wie sie aussehen oder sich verhalten soll.  

Ich habe sehr darauf geachtet, die Frauen auf meinen Postern in keinster Weise zu sexualisieren und von den stereotypischen Arten, auf die sie in den Medien dargestellt werden, Abstand zu nehmen. Ich wollte etwas Neues machen, also habe ich sie mit großen Händen und Füßen, kräftigen Armen und behaarten Beinen gezeichnet.

Mein Beitrag wurde mit dem ‘Yellow Pecil’-Preis ausgezeichnet, was mich davon überzeugte, dass meine Arbeit gut genug für die Branche war und dass ich Feminismus effektvoll mit meinen Illustrationen kombinieren konnte. Das war einer der entscheidenen Ausgangspunkte meines Stils.

Hat sich dein Illustrationsstil im Laufe der Zeit entwickelt?

Definitiv – und er wird sich ständig weiterentwickeln, was wirklich spannend ist. Als mir zum ersten Mal gesagt wurde, „wenn du Illustratorin sein willst, musst du einen Stil haben“, war ich frustriert – ich wollte alles machen. Aber einen Stil zu haben bedeutet, dass du dich im Laufe der Zeit entwickeln und verändern kannst.  

Meine Köpfe werden immer kleiner, meine Hände werden immer größer und ich spiele immer mehr mit Perspektive. Ich finde es spannend, zu sehen, wie weit ich meine Arbeit pushen kann.

Was ist deine bevorzugte Art von Projekt und wie näherst du dich einem Auftrag?

Ich habe ein Cover für die G2 Beilage des Guardian erstellt, um einen Artikel über Kindesmissbrauch zu illustrieren. Es war eine Herausforderung, weil es so ein schweres Thema war, aber ich empfinde diese Art von Projekten als wichtig, und ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Wenn ich einen redaktionellen Auftrag erhalte, lese ich den Artikel, schreibe  Stichworte auf und recherchiere ausgiebiger, wenn ich es für nötig halte. Als Nächstes mache ich kleine Skizzen in Schwarzweiß und gehe dann zum Skizzieren auf meinem iPad mit der Procreate-App über. Ich mache meine ersten Skizzen, sende sie dem Kunden und dann geht es mit groben Farbentwürfen weiter. Bei der Arbeit im redaktionellen Bereich muss alles ziemlich schnell gehen, man hat nur ein, zwei Tage zur Fertigstellung, was mir Spaß macht.   

Du warst kürzlich Gastgeberin beim Friday Night Sketch zum Thema ‘Neue Monumente für Frauen’. Wie bist du an das Thema herangegangen?

Ich denke, es passt sehr gut zu meinem Illustrationsansatz – jemanden auf eine monumentale Art zu zeichnen ist sehr spannend. Ich habe die Teilnehmer aufgefordert, übertriebene Perspektiven zu nutzen, die den Betrachter ermächtigen oder entmächtigen können, um eine monumentale Zeichnung von einer weiblichen oder nicht-binären Identität zu erstellen.

Alle haben sich wirklich Mühe gegeben, die Perspektive in ihren Zeichnungen zu verzerren. Es kann ziemlich schwierig sein, aber einige waren sehr clever und haben eine erste Skizze in einer verschobenen Perspektive angefertigt, und dann eine zweite, in der sie diese Perspektive noch weiter verschoben haben. Viele Leute im selben Raum sitzen zu haben, die alle zeichnen, ist wundervoll – es ist ein tolles Event.

Welchen Rat würdest du Studenten geben, die nach dem Abschluss freiberuflich arbeiten möchten?

Sei sehr aktiv darin, deine Arbeit vorzustellen. Einer der Gründe, warum ich so einen guten Start in meiner Freelance-Karriere hatte, war, dass ich an vielen Wettbewerben teilgenommen habe und viele Online-Designmagazine angeschrieben habe, um zu fragen, ob sie über mich berichten wollen. Du musst von deiner Arbeit überzeugt sein, denn wenn du befürchtest, dass sie besser sein könnte, wirst du andere Leute nicht überzeugen, dich anzuheuern.

Es ist auch wichtig, nett zu anderen Illustratoren zu sein – wenn ich einen Auftrag nicht annehmen kann, empfehle ich jemand anders, weil es gut ist, nicht zu kompetitiv zu sein. Wenn du nett bist, werden die Leute mit dir zusammenarbeiten wollen oder dir einen Job anbieten – es kann dich sehr weit bringen.

Auf der Suche nach weiteren Frauen, die Frauen zeichnen? Entdecken Sie Erin Aniker, die ‘Friday Night Sketch’ Gastgeberin, die in ihren Designs Narrative der Diversität behandelt.

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