March 31, 2016

Hinder den Kulissen eines Brand Refreshs: GC Records

Ob Sie hoffen, neue Kunden zu gewinnen, Ihren Masthead zu aktualisieren oder Ihre Marktposition zu verteidigen, es kann sinnvoll sein, Ihre Marke aufzufrischen. Für das Punkmusik-Label GC Records aus Las Vegas steht wendig zu bleiben und eine Marke im Laufe der Zeit umzugestalten in direktem Zusammenhang mit ihrem Erfolg. Hier ist ihre Geschichte.

Wer steckt hinter GC Records?

GC Records ist ein familiengeführtes Musiklabel, das aus dem Wunsch entstanden ist, Punkbands der 90er zu helfen, sich durch Merchandise und Vertrieb selbst zu promoten und zu finanzieren. Was sich 1999 organisch als eine natürliche Erweiterung eigener Banderfahrungen des Mitbegründers Shahab Zargari entwickelte, wurde schnell zu einem wahren Projekt aus Leidenschaft.

Mit bisher zweiundfünfzig Releases (und dabei wird es nicht bleiben) ist GC Records heute ein erprobtes Label, das weiterhin Bands unter Vertrag nimmt – mit einer Präsenz, die über die Punkszene hinausgeht. GC bezeichnen sich selbst als „ein Punklabel aller Geschmacksrichtungen, Formen und Größen.“

GC Records

Das Label

Während der gesamten Dauer der Musikindustrie-Krise der frühen 2000er, als Filesharing und Raubkopieren sich immer mehr verbreiteten, konnten GC Records weiterhin Bands unterstützen, da ihr Einkommen durch den Verkauf von Merchandise kam. „Manchmal kam es vor, dass wir das ganze Album finanzierten, um eine 7″-Single herauszubringen“, sagt Zargari. Sie sahen Wert darin, Künstlern auf Tournee zu helfen, „in die nächste Stadt zu gelangen“

Im Zuge des sich ändernden Klimas in der Musikindustrie – und seit Bands mehr Zugriff auf iTunes haben, um ihre Musik zu verkaufen – glauben Künstler nicht immer, dass sie ein Musiklabel brauchen. Die große Anziehungskraft von GC Records, abgesehen von der intimen, boutique-artigen Qualität und dem Aufmerksamkeitsgrad, ist und war der Merchandise-Stand. Wenn Bandmitglieder oder Kunden die Labels, Designs und Detailverliebtheit sehen, sind sie davon angezogen. Jetzt, in ihrem 16. Jahr, nennt Zargari die „transparente Unternehmenskultur“ als einen Grund, warum es für sie immer noch gut läuft – „im Gegensatz zu einem großen Label, wo man keine Ahnung hat, wer eigentlich den Laden schmeisst.“

GC Records

Visuelle Identität im Wandel

Die visuelle Identität von GC hat im Laufe der Zeit viele Formen angenommen, angefangen im Jahr 1999 mit einem symbolischen Stern. „Ich war am College und wir wussten nicht, was wir taten. Das erste Logo sah aus, wie der Converse-Stern oder ein Basball-Logo – es war zu simpel und ging in der Menge unter“, so Zargari.

Nach einem soliden Dreijahreslauf und einem Zerwürfnis mit dem ursprünglichen Logo-Künstler, war das Label bereit für etwas, dass „herausragen würde – etwas Handgezeichnetes, das nicht mit Photoshop erstellt worden war.“ 2002 wandten sie sich an einen neuen Künstler und dieser entwarf das Mönchkonzept, von dem sie alle begeistert waren. Der Mönch, der in die Luft springt, während er auf der Gitarre schrammelt, hatte ein sehr eigenes Look & Feel. „Das wallende Mönchsgewand und die wild zugespitzte Gitarre – und die Winkel der Beine…es war alles sehr auffällig und originell“, so Zargari. „Weil es eine Illustration war, konnte man die akribische Designarbeit erkennen, die in einem solch verwinkelten Design steckt, im Vergleich mit dem supereinfachen Baseballstern. Und am Ende sah es dann auch mächtig sexy aus auf der Rückseite unserer Veröffentlichungen.“

Aufbauend auf dem Erfolg des ganz in schwarzweiß gehaltenen Mönchdesigns bot das ‚Angry Comet‘-Logo von 2010 mehr Optionen für den Druck und die Wiedergabe auf dem Merchandise: eine Farbe, zwei Farben oder Vollfarbe (der Komet war auch die Inspiration für das größere Rebranding von 2015).

Als Zargari und sein Team 2008 mit der Arbeit an ihrem Projekt für ihr 10jähriges Jubiläum begannen – einer DVD mit den Highlights der letzten Dekade – beauftragten GC Records den in London ansässigen Designer Delme Rosser mit dem Design und Artwork für dieses Projekt. „Zu der Zeit gestaltete ich viele Artworks, die als Sticker an Wänden und auf den Unterseiten von Skateboards usw. endeten  – kräftige Farben, saubere Linien, mit Popkulturreferenzen und oft mit einer Art Maskottchenfigur.“

„Das [bestehende] GC Record Logo hatte eine besonders illustrative Qualität, in der ich nicht arbeite“, erklärt Rosser.

Aber mit so vielen Logos und unterschiedlicher Musik musste GC dafür sorgen, dass die Leute die Marke wertschätzen und, noch wichtiger, wiedererkennen. Und es hat funktioniert.

GC Records

Das große Rebranding

Aber warum beschlossen sie 2015, ein komplettes Rebranding durchzuführen? Zargari wusste, dass eine klare und einheitliche Identität angebracht war, weil er eine klares Markenzeichen wollte, das das gesamte Unternehmen repräsentierte. Er und Rosser hatten bereits ein etabliertes Arbeitsverhältnis und Rosser war ein idealer Künstler, um das Logo zu erneuern. „Mir gefällt, was Shahab macht“, sagt Rosser, „und meine Arbeit mit seiner Marke war entspannt und organisch. Mein Ziel war immer dasselbe: Den Leuten von GC etwas zu geben, das ihre Fans gern sehen werden und von dem ich weiss, dass es witzig aussehen wird, egal wie sie es implementieren.“

„Als ich die Chance erhielt, das Logo zu erneuern, entschied ich mich für etwas, das mehr dem entsprach, was ich mache – und das erfasst, wofür das ‘GC’ in GC Records steht.“ „Geykido“ ist die englische Schreibweise eines japanischen Wortes, das „ultimate anger“ (z.dt. ultimative Wut)  bedeutet – also lässt sich der Name des Labels grob mit „Angry Comet Records” übersetzen.

Die neue GC Vision

Delme Rossers charakteristischer Stil ist makaber, mit stilisierten dämonischen Cartoons – was seine Designs besonders memorabel macht. Teufelsartige Hörner mit Mäuseohren zu kombinieren ist ironisch und er nahm das bestehende Handschuhkonzept, um das Logo mit der abgehackten Hand zu erneuern. Aber Ende 2015 wusste Rosser, dass das Logodesign sich nicht gut auf alle Kanäle der Marke übertragen liess (besonders Social Media) also überarbeitete er es für die Beschränkungen der sozialen Plattformen. Das resultierende Design war farbenfroh, sauber, minimal und natürlich cartoonartig.

„Es spricht etwas dafür, das eine ikonische Logo zu haben, das den Ton der Marke und was wir machen verkörpert. Es verleiht alles an Persönlichkeit, was man für die Marke braucht.  Im Emoji-Stil —es ist universell“, sagt Zargari über die jüngste Markenaktualisierung. Die leicht erkennbare Rockerhand repräsentiert symbolisch ihre Anfänge als Punklabel, während die knochenweiße Hand schön mit dem roten Blut kontrastierte.

Während das Sterndesign (1999) und das Mönchdesign (2002) flach waren, brachte dieses Logo Konsistenz. Nach jahrelangem Ummodeln und Formverändern wollte Zargari eine einheitlichere Markenidentität und Konsistenz.

GC Records

Der Launch

Beim Launch derneuen Identität von GC Records ging es um Reaktion: Darum, das Design überall herauszubringen und die Leute reagieren zu lassen. Die neue Identität von GC Records ist auf jeder neuen Veröffentlichung, jedem Profilbild auf Social Media, jedem gestanzten Sticker usw. zu sehen. Zargari lancierte sie für eine  Marketingkampagne anlässlich des 15 jährigen Jubiläums des Labels mit Shirts, auf denen das neue Logo prangt.

GC Records veranstaltete außerdem über mehrere Städte hinweg eine Schnitzeljagd, die zeitlich so gelegt wurde, dass sie mit der SXSW zusammenfiel, und alles, was die Teilnehmer fanden, war mit dem neuen GC Logo versehen. Eine der Städte, in der sie voll einschlugen, war Austin. „Die Stadt Austin verliebte sich in Peelander-Z, deren erste 7”-Single wir in den frühen 2000ern veröffentlicht hatten, erklärt Zargari. Dass die Stadt sich in sie verliebte, gab der Band viel Publicity. (Peelander-Z haben kamen später bei einem Plattenlabel in Austin unter Vertrag). Es war subtil und doch stragtegisch. Zargari wollte dem Publikum das Gefühl geben, dies sei schon immer das Logo gewesen – dass es GC Records personfiziert.

Woher wissen sie aber, dass der ‚wütende Koment‘ damit auf Gewinnkurs ist? Nun, wenn eine Marke mit einer neuen Identität an die Öffentlichkeit geht, heisst es immer erstmal eine Zeitlang abwarten. Glücklicherweise haben GC Records ein besonders lautstarkes Publikum und die lautstarke Resonanz seit der Veröffentlichung des neuesten ‚Abgehackte-Hand‘-Logos war rasend positiv.

Was halten Sie von GC Records‘ neuem Logo? Falls Sie selbst über ein Rebranding nachdenken, oder Ihre Geschichte teilen möchten, dann melden Sie sich!

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